Hagelgewitter in Ostthüringen

    Als Saisonauftakt möchte ich hier einmal gebündelt und chronologisch die Bilder von der gestrigen potenziellen Superzelle, die im Saale-Orla-Kreis entstand und bis nach Sachsen hinein "driftete", zusammenführen.

    Hier die Route (schwarz);
    Roter Pfeil (betreffende Zelle), blaue Pfeile (Zugrichtung anderer Zellen)

    Quelle: Google Maps
    Quelle: Google Maps

    Man konnte die Zelle mittags bereits im Jenaer Süden am Horizont sehen. Ich fuhr über die A4 und A9 nach Triptis, um auf die südöstliche Seite des Gewitters zu gelangen. Zunächst sah ich nur einen leichten Niederschlagsvorhang mit Wolke-Wolke-Blitzen. Die Basis konnte ich zunächst nicht direkt ausmachen / zuordnen und dachte die Zelle stirbt. Dahinter gab es auch Neuentwicklungen.

    Um 12:45 Uhr an der B281 bei Triptis folgendes Bild:

    Es sah aus, als wäre eine frische Basis entstanden. Scheinbar gehört diese aber zu eben der Zelle, die sich bei Pößneck gebildet hat.
    Die Struktur wurde nun schlagartig besser. Es enstand eine formschöne Mesozyklone. Als mich dann der Niederschlag in Triptis erreichte, fuhr ich grob erst einmal weiter nach Südost Richtung Auma, um dem Hagel zu entgehen.

    Um 13:00 Uhr dann neuerliche Bilder der Meso südlich von Braunsdorf


    In Auma verging wertvolle Zeit an einer Baustellenampel. Es wäre günstiger gewesen über Braunsdorf nach Nordosten zu fahren. Ich bog dann in Auma wieder Richtung Osten / Nordosten ab. Etwa bei Staitz entstanden diese Aufnahmen um 13:20 Uhr. Inzwischen hatte mich der Aufwindbereich fast überholt:


    Ich befinde mich also im Süden der Zelle noch unterhalb der Meso und blick gen Norden / Nordosten. Vor dem Niederschlag fällt eine Absenkung unter der Meso auf.
    Ich hab das mal im nachfolgenden Bild eingezeichnet:

    Der Aufwindturm ist bei der Illustration jetzt leider etwas windschief (er neigt sich nicht nach Osten, sondern soll lediglich die Aufwärtsbewegung zeigen). Der dunkle Bereich (Mesozyklone -> Aufwindbasis) zeigt eine klar abgegrenzte Unterseite. Dahinter (blau markiert) liegt der Niederschlag im Norden / Nordosten. Auffällig ist nun der abgesenkte Bereich (grün markiert). Ich vermute hier eine kurzzeitig ausgebildete Wallcloud (von der Position her dürfte es auch stimmen).

    5min später am nördlichen Ortsausgang von Dörtendorf:

    Links: Niederschlagsbereich / Rechts: Aufwindbasis.
    Links: Niederschlagsbereich / Rechts: Aufwindbasis.

    Weiter östlich bei Mehla wieder Blick nach Nord/Nordost (13:30 Uhr).
    Der Niederschlagskern wird jetzt von der Meso bogenförmig ummantelt. Ich blicke also nur noch auf einen Teil im Südosten.
    Hier würde mich brennend ein Foto von der Landsgrenze im (Nord-)Osten interessieren, wo ein Beobachter jetzt einen Blick auf die Zelle wie kurz zuvor noch bei Auma um 13 Uhr gehabt haben müsste.

    Ich fuhr weiter gen Osten und fand mich in Hainsberg nördlich von Langenwetzendorf wieder. Um 13:40 bekam ich so einen kompakten Blick auf die ganze Zelle, die sich mit ihrer Zugbahn Richtung Nordost / Ost weiter von mir entfernte:

    Hier noch die Aufzeichnungen der GoPro in Echtzeit und als Zeitraffer:

    Anschließend fuhr ich noch weiter über Greiz in Richtung Werdau / Zwickau. Durch den Berufsverkehr gelang das aber nur sehr zäh.
    Als die Umgebung bei Werdau dann zunehmend in Stratus gehüllt wurde, brach ich meine Verfolgung ab und entschied mich gegen einen sonst nötigen Corepunch auf der A4. In Crimmitschau sah ich dann zwischen 14:45 und 15:00 den flächenweise gefallenen Hagel bis mehrere Zentimeter hoch. Die größten Körner hatten einen Durchmesser von etwa 2cm. Vereinzelt gab es Überschwemmungen und Laub auf den Straßen.

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